ENTSTEHUNG
Schon lange habe ich mir gewünscht, schnell mal ein paar Symptome repertorisieren zu können,
ohne dazu erst einen ausgewachsenen Computer bemühen und hochfahren zu müssen.
Als Nutzer mittlerweile diverser Taschencomputer schwebte mir deswegen ein kleines
Repertorisations-Programm vor, welches auch auf so einem Gerät läuft.
Als ich im Rahmen des Augsburger Dreimonatskurses 2005 die Bönninghausen-Methode kennenlernte,
fand ich im 'Therapeutischen Taschenbuch von 1846' eine dafür passende Grundlage.
Das Programm sollte mir aber auch ermöglichen, diesen genialen Ansatz erweitern zu können,
z.B. um weitere Arzneien, Rubriken und Notizen.
Damit das gleiche Programm unter verschiedenen Geräten genutzt werden kann,
dachte ich schon früh an ein plattformüberfreifendes Java-Programm -
bekam aber bald den gut gemeinten Ratschlag, dies nicht selbst programmieren zu wollen,
da Java eine komplexe Programmiersprache ist, die beherrscht sein will.
So machte ich mich auf die Suche nach einem Programmierer, der Lust dazu hat, mir meinen Wunsch zu erfüllen -
quasi für lau, da ich leider nicht mit Reichtum gesegnet bin.
Anfang 2006 stiess ich dann auf der deutschsprachigen Communicator-Homepage
auf die Programm-Beschreibung von pDict, einem Fremdsprachen-Lexikon, welches unter Java läuft.
Es schien mir das passende Programm für mein Projekt zu sein,
um damit anstatt Fremdwörter Symptome aufzufinden.
Es müsste eigentlich nur noch Rubriken übernehmen und berechnen können...
So ähnlich schrieb ich dann auch am 12.01.06 eine Mail an den Autor des Programms und
fand damit in Stephan Raess einen begnadeten Programmierer,
der innerhalb kürzester Zeit nicht nur meine Ideen umsetzte, sondern auch zahlreiche eigene beisteuerte -
ohne Aussicht auf eine angemessene Vergütung.
Durch ihn ist aus einem kleinen Hilfsmittel für unterwegs mittlerweile ein
sehr leistungsfähiges Repertorisations-Programm entstanden, mit einer Vielzahl an Innovationen.
Neben ihm gilt mein (und hoffentlich auch Ihr) Dank unseren Familien, deren Verständnis, Geduld und Nachsicht
dieses Projekt erst ermöglichte.
Nach der Freigabe der Version 1.0 im April 2006 kam dann
Bernd von der Lieth aus Hamburg auf mich zu (vielen Dank an Michael Teut),
um seine homöopathischen Werke in jRep einzubringen.
Dadurch ist jRep das erste Homöopathie-Programm,
welches zum 'Therapeutischen Taschenbuch' von Bönninghausen
auch dessen erweiterte Materia Medica beinhaltet,
die dazu "bestimmt (sei), gleichzeitig mit meinen Repertorien gebraucht zu werden".
Ein Jahr später, pünktlich zu Hahnemanns 252. Geburtstag, war ich stolz,
endlich die von Stephan seit Anfang 2007 vollkommen neu programmierte Version 2.0 präsentieren zu können,
die eine Vielzahl an neuen Modulen und Möglichkeiten beinhaltete,
wie eine Tabellen-Auswertung, Rubriken-Vergleiche, Polaritäten-Analyse, Druckfunktion und vieles mehr.
Zum inspirierenden Boger-Symposium in Karlsruhe 2007 freute ich mich, die Version 2.1 freizugeben,
die neben zahlreichen kleinen Verbesserungen und der Vergleichenden Rubrik-Suche als neue Module
Bogers 'Heilmittel für Tonsillitis etc.' und Hahnemanns Organon-Paragraphen der 6. Auflage beinhaltet.
Danach realisierten wir einige Kundenwünsche und
eine Verbesserung der Polaritäten-Analyse nach Dr. Heiner Frei mit Sortierung nach
1. Vollständigkeit der Symptome,
2. Ausschluss von Kontraindikationen und
3. Summe der Polaritäten-Differenzen -
damit kommt man direkt zu den entscheidenden Endergebnissen !
(Alle seine Beispiel-Fälle können auch mit der Ausgabe des Therapeutischen Taschenbuchs von 1846
gelöst werden, die in jRep enthalten ist :-)
Dann überrasche Stephan mich mit der der Suchfunktion im zusätzlichen Materia-Medica-Fenster und
mein Würzburger Lehrer Herr Dr. Joachim Stürmer stellte mir seine neue
geniale "minimale materia medica" als weiteres Modul zur Verfügung.
All diese Neuerungen führten zur Freigabe der Version 2.2.
Dann kam mein Umzug nach Rottenburg, weil ich seit November 2007
in der homöopathischen Klinik in Deutschland, der Hahnemann-Klinik
als homöopathischer Arzt arbeite :-)
Und Stephan programmierte wieder einmal in unglaublichen Tempo neben vielen Verbesserungen einen Editor,
mit dem sich nun ganz einfach bestehende Rubriken ändern, ergänzen und sogar neue Rubriken erstellen lassen !
2008 habe ich es endlich geschafft und Stephan im schönen Bern besucht (siehe Bild oben)
Ich war schon etwas aufgeregt, hatten wir doch bislang nur Email-Kontakt - seit Januar 2006 !
Aber wir und unsere Familien haben sich auch real gut verstanden ;-)
Und dann habe ich gleich noch Frau Flury besucht und mit ihr besprochen,
wie die Umsetzung des Praktischen Repertoriums von ihrem verstorbenen Mann aussehen könnte.
Insgesamt hatten wir einen tollen Kurzurlaub an der Aare (der Fluss, der durch Bern fliesst).
Gienows Miasmatisches Modell begeisterte mich schon in meiner Ausbildung bei Ansgar Schimmöller, Bayreuth.
2006 lernte ich dann Peter Gienow und seine Frau Gertie auf einem Seminar in Detmold kennen.
Er war sofort von jRep begeistert, u.a. weil es eines der wenigen Homöopathie-Programme ist,
die unter Linux laufen und gab mir die damalige Datei seines Miasmatischen Taschenbuches
(welches auf den Werken Bönninghausens und Boger basiert) für eine Umsetzung in ein Programm-Modul.
Es brauchte trotzdem noch 4 aufreibende Angänge
(jedesmal wenn ich mit der Umsetzung fast fertig war, erschien eine neue Auflage...)
bis es 2009 endlich geschafft war.
Stephan programmierte dazu eine hierachische Suchfunktion und hat einen komfortablen Editor eingebunden,
um eigene Materia-Medica-Dateien einfach gestalten zu können.
Ende 2009 lernte ich über Jens Ahlbrecht und Peter Busch die Werke von G.H.G Jahr kennen,
die nun nach und nach ins Programm integriert werden.
Dank der unermüdlichen Digitalisierungsarbeit von Gaby Schmidt können wir als erstes
das Handbuch der Hauptanzeigen präsentieren,
welches Hahnemann in seiner Fußnote zum §153 lobend erwähnt.
2010 erfolgte der Umzug der Hahnemann-Klinik nach Tübingen.
Stephan hat neben vielen Verbesserungen eine Patienten-Verwaltung programmiert.
Für die neue Version 3.2 hat Stephan ein Formular-Modul entwickelt,
und Heiner Frei hat mir erlaubt, seine Fragebögen damit umzusetzen.
Damit können Sie oder Ihre Patienten seine Fragebögen am Computer per Mausklick ausfüllen und
jRep generiert Ihnen daraus die entsprechende Auswertung !
Stellen Sie sich vor, ein Patient ruft an und schildert Ihnen kurz worum es geht.
Derweil rufen Sie den Patienten in jRep auf und wählen einen passenden Fragebogen,
den Sie mit dem Patienten zusammen am Telefon ausfüllen können.
Sie brauchen nicht mehr mitzuschreiben oder sich überlegen, was sie noch fragen könnten.
Stattdessen klicken Sie einfach die passenden Symptome an.
Und dann öffnen Sie die vom Formular generierte Auswertung und wenden die optimierte Polaritäten-Analyse nach Heiner Frei an...
Im Zuge dessen, habe ich das Therapeutische Taschenbuch als hierachische Datei umgebaut und
zur Optimierung der Polaritäten-Analyse relevante Ergänzungen nach Dunham aus dem BBCR
gekennzeichnet nachgetragen - mit jRep ist das ja kein Problem.
Weil ich schon mal dabei war, habe ich noch gleich eine synthetische Materia Medica der Genius-Symptome
aus dem Taschenbuch generiert.
Und dann habe ich Dank der tatkräftigen Unterstützung von Dorothea Dittmann, Sigrid Klingenstein,
Michaela Kieffer und Vera Wüst nun endlich den repertorialen Teil des Synoptic Key von Boger umgesetzt -
getrennt in den 1. und 3. (Ergänzungs-)Teil.
Die SK-Materia Medica wurde im Zuge dessen untereinander verlinkt, ebenso wie der Bhanja Masterkey.
Die neue Version 3.3 enthält Boger Bönninghausens Charakteristika und Repertorium (BBCR) von 1905 und das Miasmatische Taschenbuch 2011.
Außerdem haben wir uns entschlossen, jRep-Web allen Kunden kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Lesen Sie dazu am Besten die neuen Einführungen für
jRep-Web,
Windows,
MacOS und oder
Linux !
Wir wünschen Ihnen viel Freude mit jRep 3.3 !
